Raumgestaltung: Welche Farben passen zusammen?

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Für die Raumgestaltung ist die Wechselwirkung der Farben von wichtiger Bedeutung. Ich zeige dir, was du bei der Kombination von Farben beachten solltest und welche Möglichkeiten es gibt Farben zu kombinieren.

Wie nehmen wir Farben wahr?

Das Farbempfinden ist bei jedem Menschen anders. So empfindet der eine einen Farbton als eher grün, während genau dieser Ton für jemand anderen eher blau ist. Dies resultiert aus unseren Erfahrungen, die wir mit Farbe gemacht haben und unserem kulturellen Hintergrund. Auch der Ort an dem wir die Farbe betrachten kann seine Wirkung/Aussehen verändern. Dies liegt an den verschiedenen Lichtverhältnissen und Wechselwirkungen mit anderen Farben. Daher solltest du deine Wunschfarben immer noch einmal im Original am vorgesehenen Ort begutachten. Oft entscheidet das Licht, wie wir eine Farbe wahrnehmen. Je nach Lichtfarbe verändern sich auch alle Farben, die von diesem Licht angestrahlt werden. Dies gilt sowohl für Kunstlicht als auch für Tageslicht. Damit du keine bösen Überraschungen erlebst, kannst du dir eine kleine Menge deiner Wunschfarbe anmischen lassen und ein größeres Muster damit streichen, welches du an Ort und Stelle in seiner Wirkung überprüfen kannst.

Wie wirken Farben?

Für die Raumgestaltung ist die Wirkung der Farben von wichtiger Bedeutung. Um ein besseres Verständnis für Farben zu bekommen, nehmen wir uns ein Farbkreis zu Hand. Diesen kennst du vielleicht noch aus der Schule. Anhand dieses Farbkreises lassen sich die Farben grob ordnen. Die Farben Schwarz und Weiß sowie die Mischung aus beiden, also Grau werden als unbunte Farben oder Nichtfarben bezeichnet und tauchen im Farbkreis demnach auch nicht auf. Farben mit einem hohen Rot- oder Gelbanteil wirken warm. Ein hoher Blauanteil erzeugt kältere Farben.

Farbkreis kalte und warme Farben

Farbschattierungen und Tönungen

Natürlich gibt es unzählige Farben mit verschiedenen Tönungen (mit Weiß gemischt) und Schattierungen (mit Schwarz gemischt).
Durch das Mischen mit Schwarz und/oder Weiß erhältst du weniger kräftige, etwas sanftere Farben, die nicht so knallig sind. Diese Mischfarben sind bei der Raumgestaltung von Vorteil, da sie nicht zu aufdringlich sind. Reine Farben, wie du sie im Farbkreis findest, werden eher selten verwendet.
Neutrale Farben mit einem geringen Buntanteil, wie Grau- und Beigetöne, eignen sich gut als Grundton für die Raumgestaltung. Sie wirken beruhigend für das Auge und lassen den anderen Farben genug Wirkungsraum. Daher sind neutrale Farben bei großen Flächen oft die erste Wahl. Akzente kannst du hier auch über die Farben in der Dekoration und den Möbeln setzen.

Farbabstufungen von Rot
Schattierungen und Tönungen am Beispiel von Rot

Farben kombinieren

Um Farben gekonnt zu kombinieren, musst du  immer deren Wirkung im Hinterkopf haben. Der Einsatz mehrerer Farben im Raum muss nicht heißen, dass alle verwendeten Farben knallige, bunte Farben sein müssen. Auch eine Kombination aus einem bunten Ton und einem gedeckten, neutralen Ton kann die gewünschte Stimmung erzeugen. Wenn du deinen Raum mit Farbe gestalten willst, sind zwei Farben das Minimum. Nach oben hin gibt es natürlich keine Grenzen. Wobei du dabei immer die Funktion deines Raumes und die gewünschte Stimmung die er erzeugen soll, im Auge behalten solltest.

Um einen Raum nicht zu überladen, empfehle ich dir mit maximal zwei kräftigen, bunten Farben zu arbeiten und ergänzend und unterstützend dazu neutrale Töne zu verwenden. Diese Töne, gerade die kräftigen, bunten, müssen sich auch nicht alle zwingend auf deinen Wänden wiederfinden. Du kannst auch Kontraste durch die Farben deiner Dekoration erzeugen. Bei der Farbgestaltung solltest du außerdem immer beachten, dass die Farben auch untereinander wirken und Bezug zu ihrer Umgebung nehmen. So kann ein zunächst neutral erscheinendes Grau neben einem Rotton plötzlich eher grünlich wirken. Auch das Licht hat einen Einfluss auf unsere Farbwahrnehmung. Daher ist es wichtig die Farben immer in der Kombination zu betrachten, in der sie später verwendet werden sollen, und wenn möglich, auch in der vorgesehenen Umgebung.

Kontraste und Harmonien

Kontraste machen einen Raum interessanter und lebendiger. Ohne Kontrast wirkt ein Raum schnell leblos und eintönig. Zu den Kontrasten, die bei der Raumgestaltung Anwendung finden, zählen aber nicht nur Farbkontraste. Auch Materialkontraste oder die Kombination verschiedener Stilrichtungen sind wichtige Gestaltungsmöglichkeiten im Raum. Einen Farbkontrast erzeugst du durch die Verwendung mindestens zwei deutlich unterschiedlicher Farben. Diese Unterscheidung kann den Farbton selber betreffen, aber auch seine Helligkeit oder Sättigung. Harmonien dagegen lassen den Raum ruhig und harmonisch wirken. Die verwendeten Farben sind sich meist in ihrer Helligkeit oder ihrem Farbton und Wirkung sehr ähnlich. Bei harmonischen Farbkombinationen kannst du durch kleine Farbakzente in der Raumdekoration sanfte, aber nötige Kontraste schaffen. Für die Raumgestaltung kannst du auf verschiedene Kontraste und Kombinationen zurückgreifen. Übrigens können für eine Farbkombination auch mehrere Kontraste zutreffen. So kann dein Farbkonzept ein Hell-Dunkel-Kontrast und ein Kalt-Warm Kontrast zugleich sein.

Komplementärkontrast

Farbige Kreise im Komplementärkontrast

Der Komplementärkonstrast ist ein Kontrast, der sich auf die Farbtöne selbst bezieht. Dieser Kontrast entsteht immer dann, wenn Farben kombiniert werden, die sich im Farbkreis gegenüberliegen. Dies sind Rot-Grün, Blau-Orange und Gelb-Violett sowie deren jeweiligen Mischtöne. Mischt man beide Kontrastfarben miteinander, ergibt sich immer ein Grauton. Der Kontrast ist auch dann wirksam, wenn nicht die reinen, kräftigen Farben verwendet werden, sondern Tönungen und Schattierungen der Farben. Eine gute Möglichkeit diesen Kontrast für die Raumgestaltung zu nutzen, ist die Verwendung eines kräftigen Tons in Kombination mit dem entsprechenden Kontrastton, der durch Beimischen von schwarz und/oder weiß abgeschwächt wird. So tritt eine Farbe in den Vordergrund und wird sanft durch die Kontrastfarbe ergänzt. Der Komplementärkontrast ist in seiner Wirkung sehr ausdrucksstark und intensiv. Er bringt Leben in einen Raum und macht ihn interessant. Hier sollten sich dann alle anderen Farben (Möbel, Dekoration) unterordnen.

Intensitätskontrast (Qualitätskontrast)

Rote Farbabstufungen im Intensitätskontrast

Dieser Kontrast ist ähnlich einer Ton-in-Ton Kombination. Es werden verschiedene Abstufungen einer Farbe verwendet. Dazu wird der ausgesuchten Hauptfarbe schwarz und/oder weiß oder auch eine Komplementärfarbe beigemischt. Sie wird so in ihrer Intensität und Sättigung abgeschwächt und du erhältst verschieden Varianten deiner Hauptfarbe, die aber immer noch den Grundton der Hauptfarbe enthalten. Dadurch wirkt dieser Kontrast sehr harmonisch und sanft. Er bringt Ruhe in deinen Raum. Sanfte Kontraste kannst du hier über eine Kontrastfarbe in deiner Dekoration erzeugen.

Kalt-Warm-Kontrast

Kalt-Warm Kontrast in den Farben Hellblau und Rot, Orange und Blaugrün

Der Kalt-Warm-Kontrast bezieht sich auf die Wirkung der Farben. Wie du weißt, gibt es Farben, deren Wirkung eher warm oder kalt ist. Die Farbtemperatur hängt dabei vom Mischungsverhältnis der Farbe ab. Die Farbe Grün ist dafür ein gutes Beispiel. Mischt man einem reinen Grün etwas mehr Blau bei, wirkt es eher kühl. Im Gegensatz dazu erzeugt das Beifügen von Gelb einen Ton mit wärmerer Ausstrahlung. Demnach wirken Farben mit einem hohen Blauanteil kühl. Farben, denen viel Rot oder Gelb zugrunde liegt, wirken warm. Durch die Kombination eines warmen und eines kalten Farbtons erhältst du einen Kontrast, der je nach Intensität der Farben zurückhaltend oder aktivierend wirken kann.

Hell-Dunkel-Kontrast

Hell-Dunkel Kontrast in grünen und blauen Farben

Der Hell-Dunkel-Kontrast nimmt Bezug auf die Helligkeit der Farben. In den Nicht-Farben Weiß und Schwarz spiegelt sich dieser Kontrast ohne eine reine Farbe wieder. Die hellste reine Farbe ist Gelb, die dunkelste reine Farbe ist Violett. Je mehr Weiß du einer reinen Farbe beimischt, desto heller wird sie. Im Gegensatz dazu erzeugt die Mischung mit Schwarz eine dunklere Version deiner Ausgangsfarbe. Der Hell-Dunkel-Kontrast erzeugt eine Tiefenwirkung und kann gut genutzt werden, um die Proportionen eines Raumes optisch zu verändern. Ist dein Raum besonders schmal und lang, kannst du die schmalen Stirnwände in einem dunklen Ton streichen, sodass diese optisch näherkommen. Die langen Seitenwände bleiben dabei in einem hellen, neutralen Ton. Dadurch wird der Raum etwas gestaucht und wirkt nicht mehr so lang.

Auf einen Blick:

  • Berücksichtige bei deiner Farbauswahl, dass sich Farben gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen. Auch Licht verändert ihr Aussehen.
  • Behalte bei deiner Farbauswahl immer die Funktion deines Raumes und die gewünschte Wirkung im Blick.
  • Verwende maximal zwei kräftige, bunte Farben und ergänze sie durch neutrale Töne.
  • Nutze die verschiedenen Kontraste und Harmonien, um Farben zu kombinieren.
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Eine Antwort auf „Raumgestaltung: Welche Farben passen zusammen?“

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